
Der Gelbe Nebel

EINLEITUNG. EIN SCHLAF VON FÜNF JAHRTAUSENDEN
Die schmale und lange Schlucht der Weltumspannenden Berge mündete in einer großen warmen Höhle mit hoher Decke, glatten Wänden und ebenem Boden. In einer Ecke der Höhle befand sich ein großes Ruhelager mit weichem Moos, auf dem eine Frau von riesigem Wuchs in tiefem Schlaf lag. Das war ein ganz ungewöhnlicher Schlaf, der schon viele Jahrhunderte dauerte. Wer hatte die Frau in den Zauberschlaf versenkt? Durch welch böse Taten hatte sie sich eine solche Strafe verdient? Um zu erfahren, wie und warum das geschah, müssen wir um Tausende Jahre zurückgreifen und uns in die Zeit versetzen, als in dem Lande, das später den Namen Zauberland erhielt, der Riese Hurrikap
Hurrikap hatte viel Gutes für das Zauberland getan, und die Stämme der kleinen Menschen, die es bevölkerten, lebten froh und glücklich und gingen ihrer friedlichen Arbeit nach.
So vergingen tausend oder zweitausend Jahre. Doch dann brach über die Einwohner des Zauberlandes ein Unheil herein, das kein Ende nehmen wollte. Bald war es ein Sturmwind, der bei heiterem Himmel auf die Siedlungen niederging, Häuser umwarf und die Menschen, die nicht rechtzeitig hinausliefen, tötete oder zu Krüppeln machte, bald war es ein Hochwasser, das die Uferdörfer überschwemmte, bald eine Seuche, die das Vieh befiel und Dutzende Kühe und Schafe dahinraffte. Hurrikap schlug sein Zauberbuch auf und las darin, daß alle diese Plagen von einer Hexe namens Arachna herrührten, die aus der großen Welt in das Zauberland gekommen war. Sie reichte Hurrikap nur bis zum Bauch, doch das war gar nicht so wenig, denn der Kopf des guten Zauberers reichte bis zu den Wipfeln der höchsten Bäume. Deshalb gehörte auch Arachna zu den Riesen, wenngleich sie nur dreißig Ellen groß war. Arachna war eine sehr böse Hexe. Gab es einen Tag, an dem sie niemandem Böses zufügen konnte, so war dieser Tag für sie verloren. Wenn sie aber jemandem
